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Alexis Tsipras in Moskau – EU unter Druck

Die geplanten Gespräche, die der neue griechische Regierungschef in Moskau führen wird, werden von der EU mit Sorge betrachtet. Schließlich sollen nicht nur künftige Gaspreise auf der Agenda stehen, sondern auch finanzielle Hilfen für den angeschlagenen EU-Staat.

Warnungen im Vorfeld nehmen zu

Die Nervosität lässt sich nicht wegdiskutieren, zu direkt wurden die Warnungen von Seiten der EU in Richtung Athen formuliert: Griechenland möge sich an die Gemeinschaft erinnern, von der es in schwierigen Zeiten Solidarität erfahren habe, nun erwarte man eine solche auch in der Frage der Russland-Sanktionen, so Martin Schulz. Als Präsident des EU-Parlamentes brachte er die Sorge zum Ausdruck, Russland könne mit Griechenland spezielle Vereinbarungen treffen, um vor allem die landwirtschaftlichen Sanktionen zu umgehen, die dem Mittelmeerland so zu schaffen machen.

Weitreichende Konsequenzen befürchtet

Die Einigkeit der EU-Länder in dieser Frage steht ohnehin auf wackeligen Füßen, die kritischen Stimmen hatten sich in der letzten Zeit verstärkt. So werden die Gespräche in Moskau mit großer Spannung erwartet, von deren Ausgang hängt nicht zuletzt die Perspektive der EU ab: Wird Griechenland sich gegenüber Russland öffnen, dürften andere Mitgliedsländer dem Beispiel folgen. Einen Grexit kann die EU nicht anstreben, auch wenn er gerne als Drohkulisse gebraucht wird. Die Südost-Flanke der Nato ist viel zu wichtig, als dass die USA dies zulassen könnten. Die junge griechische Regierung hält sich somit geschickt alle Optionen offen, selbst das Thema Kriegsreparationen passt in dieses Bild: Wird von einem Gesprächspartner Zuverlässigkeit verlangt, sollte der andere diese auch an den Tag legen.