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Die Löwenhöhle ist fernab jeder Realität

Obgleich sich die Höhle des Löwen einer regen Beliebtheit erfreut, so ist sie dennoch nicht unumstritten. Abseits der Kamera kommt es nicht selten zu geplatzten Deals und Streitigkeiten, was letztlich für wahre Experten keine Überraschung ist. Der langjährig erfahrene Investor und Unternehmer Olaf Jacobi behauptet sogar, dass das gesamte Sendungskonzept völlig fernab jeglicher Realitäten sei.

Das Verhältnis der Macht stimmt nicht

Zu den schlimmsten Fehlern der Sendung zähle, so Jacobi, die Darstellung der bestehenden Machtverhältnisse. Der Startup sieht sich in der Höhle des Löwen den besagten Löwen in Form der Investoren nahezu hilflos ausgeliefert und muss darauf hoffen, dass diese überzeugt werden können. In der Realität jedoch verhält es sich für gewöhnlich gänzlich anders herum – die Investoren bewerben sich in der Regel auf interessante Projekte und versuchen den Startup von sich zu überzeugen. Ein regelrechtes Tribunal, so wie die Löwen in der gleichnamigen Sendung dargestellt werden, ist hingegen undenkbar da die Begegnung des Startups mit den potentiellen Investoren stets auf Augenhöhe stattfindet.

Die Zeit der Entscheidung

Ebenfalls als schlimmer Fehler sieht Jacobi die Darstellung der Entscheidungsprozesse im Pitch. Dieses erinnert viel eher an ein Gesangscasting als ein Businessmeeting. Der Startup präsentiert sich in einer Eigendarstellung und muss zusehen, dass jeder Satz auch wirklich stimmig ist. In der Realität jedoch geht jedoch erfolgt die gegenseitige Begegnung völlig entspannt, da Investoren Wert auf eine ehrliche Darstellung der Innovation mit allen Stärken und Schwächen legen.

Insbesondere, dass die Investoren ihre Entscheidung innerhalb von kürzester Zeit treffen, ist völlig absurd. In der Realität benötigen Investoren oftmals mehrere Wochen oder sogar Monate für eine Entscheidung, ob eine Investition letztlich getätigt wird.