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Die Niedrigzinspolitik und ihre Folgen

Schweizer Pensionskassen suchen auf der Jagd nach Rendite Alternativen, Infrastrukturinvestitionen könnten die Lösung sein. Parallel erleben Bankkunden in Südeuropa ein Wunder: Sie erhalten eine Prämie für ihren Kredit.

Geldanlagen mit Rendite gesucht

Die Schweizer Pensionskassen stehen wie andere institutionelle Anleger vor der Herausforderung, in Zeiten extrem niedriger Zinsen rentable Anlagen für die von ihnen verwalteten Gelder zu finden, die trotzdem ein enormen Mass an Sicherheit bieten. Investitionen in die Infrastruktur, wie beispielsweise Kommunikations- oder Energieversorgungsnetze, Verkehrsstruktur oder Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, könnten eine gangbare Alternative sein. Einige Fonds befassen sich gezielt mit diesen Investments, die entweder zur Sanierung bereits bestehender oder zur Errichtung neuer Anlagen genutzt werden. In der Regel sind diese Fonds nicht börsennotiert, aber mit Staatsgarantien ausgestattet. Inwieweit darauf zu bauen ist, bleibt angesichts des Desasters mit den Garantien des Bundeslandes Kärnten für die Hypo Alpe Adria allerdings abzuwarten.

Portugiesische Notenbank schreibt Geschichte

Mit der Entscheidung, dass Banken für ausgegebene Kredite Zinsen an die Kreditnehmer zahlen müssen, sollte der Euribor unter null fallen, wurde ein Novum in der Geschichte geschaffen. Möglich wurde dies, weil in Portugal mehr als 90 Prozent der Finanzierungen mit variablen und an den Euribor gekoppelten Konditionen ausgestattet sind. Ähnliches ist Bankkunden in Spanien passiert, dort sind Hypotheken mit einer an den Schweizer Franken gekoppelten Benchmark ausgestattet: Diese fiel ebenfalls in den negativen Bereich, Bankinter zahlte Zinsen an ihre Kunden. Die Niedrigzinspolitik treibt also nicht nur Anleger in ungewohnte Anlageklassen, sondern vor allem den gesamten Bankensektor zu Handlungen, die rational nicht mehr nachzuvollziehen sind – weitere Auswüchse sind durchaus zu erwarten.