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Flash-Crash – Gold unter Druck

Letzte Woche löste eine Verkaufsorder mit einem Volumen von 5.000 Futures einen Flash-Crash aus, der den Goldpreis stark unter Druck brachte. Die weitere Entwicklung ist noch ungewiss, zu groß erweist sich der Einfluss von Futures.

Fatale Kettenreaktion – Goldpreis abgestürzt

Die offenbar von einem Hedge-Fonds oder Goldproduzenten über New York auf den Markt geworfenen Futures verursachten zunächst einen Preisrutsch um 20 US-Dollar je Feinunze Gold. Diese Entwicklung löste wiederum Stopp-Loss-Orders aus, sodass weitere 3.000 Kontrakte abgestoßen wurden – und das alles innerhalb einer knappen Minute. Die Comex setzte den Handel kurzzeitig aus, nach Wiederaufnahme standen weitere 1.500 Kontrakte zum Verkauf an. Der Goldpreis rutschte zwischenzeitlich auf unter 1.080 US-Dollar je Feinunze, konnte sich aber wieder erholen – zumindest für kurze Zeit. Seit Mitte der Woche bewegt sich das Edelmetall nun, von einige Ausreißer nach oben abgesehen, unterhalb von 1.100 US-Dollar je Feinunze.

Prognosen widersprüchlich – kein eindeutiger Trend

Sehen einige Experten den Goldpreis bereits im dreistelligen Bereich, zumindest in US-Dollar, ist diese Prognose noch mit Vorsicht zu genießen. Die enttäuschenden Bestandsangaben der chinesischen Notenbank trugen natürlich nicht dazu bei, den Abwärtstrend nach oben zu durchbrechen. Angesichts der Unwägbarkeiten, die nicht nur von der in Kritik geratenen europäischen Gemeinschaftswährung ausgehen, ist der Kursverlust ohnehin nicht zu erklären. Die fatalen Auswirkungen der Futures, bei denen im Prinzip gehebelte Wetten auf den Kursverlauf des Edelmetalls gehandelt werden, machen einmal mehr deutlich, dass manipulierte Märkte sich in ganz eigenen Bahnen bewegen: Was einst als Gesetzmäßigkeit galt, kann heute nur noch mit Vorbehalt prognostiziert werden. Hier spiegelt sich der kritische Zustand des gesamten modernen Geldsystems wider.